1745 wurde das heute als Rathaus dienende repräsentative Gebäude als sogenanntes “ Neues Schloss” für die Äbtissin des kaiser- lich gefürsteten freiweltlichen Stifts Buchau,
Maria Carolina Gräfin von Königsegg-Rothen- fels, nach Plänen des Deutschordensbaumei- sters Johann Caspar Bagnato erbaut. An die Erbauerin und ihre Stellung im Reich erinnert
das oberhalb der Eingangstür angebrachte Familienwappen mit der Fürstenkrone über dem Schildhaupt. Der Baukörper wurde aus Bruchsteinmauer- werk mit fast ein Meter starken Mauern hoch-
gezogen. Fast sämtliche Räume des dreige- schossigen Baues sind mit Stuckdecken ver- sehen, die Bandel-Muschelwerkmotive und zum Teil kleine Landschaftsszenen bzw. Jagd- bilder zeigen.
Die Stuckdecken sind heute nur noch im Flur und Sitzungssaal sichtbar. Der im Ostteil des Stall- und Scheunengebäudes aufgesetzte “Gefängnistrakt” dürfte kurz nach der Säkularisation
entstanden sein, als Straßberg Sitz eines fürstlichen Ober- amtes wurde.
Das sog. Neue Schloß mit vier Herrschaftszimmern für die Stiftsdamen diente Buchau als Obervogtei. Die Bezeichnung
Amtshaus für dieses Gebäude setzte sich durch, als Straß- berg von 1803 bis 1854 fürstliches bzw. preußisches Ober- amt wurde. 1880 erwarb es die Gemeinde vom Fürstenhaus-
Hohenzollern-Sigmaringen und funktionierte es zu einem Schul- gebäude und einer sogenannten Kleinkinder-Bewahranstalt um. Außerdem wurden hier den evangelischen Einwohnern Räumlich-
keiten für den Sonntagsgottesdienst zur Verfügung gestellt.
Neben dem Aus- und Umbau von Wohnungen wurde noch ein Ratszimmer und ein Arbeitszimmer für den Bürgermeister
eingerichtet. Daraus entwickelte sich das heutige Rathaus, in dem die Verwaltung ihren Sitz hat, Räumlichkeiten für den Notar zur Verfügung stehen und das Ortsarchiv untergebracht ist.
Eins der oben erwähnten Herrschaftszimmer dient heute dem Gemeinderat als Sitzungssaal.
1983/84 erfolgte eine grundlegende Renovierung, die das Treppenhaus, eine neue Dacheindeckung und die Außen-
fassade umfasste. Der Vorplatz wurde neu gestaltet. 1999/2000 wurde das Gebäude im Innenbereich renoviert.